Was hat Over-Confidence (Selbstüberschätzung) beim Handeln mit 7 Mrd. US$ und Bernhard Madoff zu tun?

Veröffentlicht in daytrading, Hindsight-Bias, Madoff, Over-Confidence am 16. April 2011 von christophdwahlen

contract11Ist „kaufen was man kennt“, bzw. “kaufen von jemand, den man kennt” der richtige Handelsansatz? Meinen Sie, dass Sie Ihr Investment mit einem Fragebogen kontrollieren können? Glauben Sie wirklich, Sie oder ein zertifizierter, ausgebildeter Fond-Manager wüssten mit 95%iger Wahrscheinlichkeit in welchen Zielkorridor sich ihre Position in 5 Minuten / 5 Stunden / 5 Tagen / 5 Wochen entwickelt? Wenn Sie jetzt 3 x mit „Ja“ geantwortet haben, sind Sie NICHT alleine auf der Welt! Auch die Manager des Sentry Funds von Fairfield Greenwich Group, die rund 7 Mrd. US$ in Bernard Madoff’s Fund investiert und verloren haben, schienen sich auch von ausweichenden Antworten und Schweigen des ehemaligen NASDAQ Chefs von ihrer Meinung nicht abschrecken zu lassen: Auch wenn der gesunde Menschenverstand rebelliert, Fairfield Entscheider dachten Sie hätten das Risiko im Griff. Sie waren überzeugt, sie taten gut daran einer Ikone der Wall Street zu trauen (also jemand den man kennt) und alle Eier in ein Nest zu legen. An dieser Stelle soll nicht die Qualität des betroffenen Fairfield Risk Manager kritisiert werden. Stattdessen, sollen die weitreichenden Auswirkungen von Over-Confidence beleuchtet werden. Auswikungen, die auch Sie etwas angehen. Wir erinnern uns: Das Phänomen Overconfidence, bzw. Selbstüberschätzung beschreibt die menschliche Tendenz die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Also auch die Fähigkeit die Fähigkeit andere Menschen zu beurteilen zu überschätzen. Wie erinnern uns weiter: Verluste mit mehreren Mrd. US$, die auf Over-Confidence zurück zuführen sind, gab es mehr als den meisten von uns bewusst wird. 1993  lieh der Teasurer von Orange County Pension Fond, Robert Citron  13 Mrd. US$ zusätzlich zu den existierenden 7 Mrd. US$, die er managte, um zu wetten, das die Zinsen zukünftig niedriger oder gleich blieben. Das Gegenteil trat ein, die Zinsen stiegen! Auf Anfragen, woher er das einschätzen könne antwortete er: „ich kenne mich da aus. Ich bin einer der größten Investoren“. Mit dem folgenden zwei Mrd. US$ Verlust verursachte  er – damals – einen der größten Bankrotte öffentlicher Pensionsfonds. Nun, dann lasse ich eben Profis Profis überwachen, werden Sie sich vielleicht sagen. Auch in den Amaranth Advisors Hedge Fund, der Ende 2006 mit Henry Hub Natural Gas Deal  mehr als 6 Mrd. US$ Verlust innerhalb eines Monats verursachte, investierten Profi Investoren von Goldman Sachs und Morgan Stanley. Auch diese schienen überzeugt zu sein, das Risiko kontrollieren, bzw. den Fond Manager einschätzen zu können. Schließlich haben sie ihr Geld nicht abgezogen.

Weder der Madoff-Skandal, noch die Amaranth Verluste sind Anzeichen der Krise, wie es die Financial Times Deutschland schreibt, sondern nur die spektakulärsten Auswirkungen von Over-Confidence und des Rückschaufehlers (= hindsight bias). Zahllose Untersuchungen von Neuro-Ökonomen, Psychiater, Psychologen, sowie Anthropologen zeigen in eine Richtung: Menschen neigen zum Überoptimismus, d. h. sie schätzen sich und Ihre Fähigkeiten signifikant zu gut ein. Dazu gehört auch der Spezialfall die Fähigkeit Risiko einer Investition einschätzen zu können. Aufgepasst: Die Tendenz seine eigene Fähigkeit zu überschätzen, betrifft alle Bereiche des Lebens: die eigene Qualität als Autofahrer, Liebhaber, Sportler, oder seine optische Attraktivität, bzw. die Fähigkeit Witze erzählen zu können, die Einschätzung des eigenen IQs, usw…. Der eigene ist immer überdurchschnittlich!

Fragen Sie ein Gruppe von 100 Menschen: “Wer von Ihnen ist im Vergleich zu den anwesenden 99 ein  überdurchschnittlicher XYZ?” Werden 75% die Hand heben, und das trotz der Tatsache per Definition, dass 50% in der Gruppe unterdurchschnittlich sein müssen!

Seit den späten 90ern gibt es Gallup-Umfragen bei denen monatlich etwa 1.000 Investoren befragt werden  , ob sie mit ihrer Investment- und Handelsstrategie den Markt schlagen: Über die Jahre zeigt sich, dass der Durchschnitt aller Investoren überzeugt ist, dass er persönlich den Markt um 1,5% outperformen.  Genauso sind 74% alle Befragten in einer landesweiten Umfrage überzeugt, das der Fond, in den sie investiert haben, den S&P 500-Index hinter sich lässt, und das obwohl die meisten Fonds den Index nicht schlagen. Dasselbe gilt für M&A-Experten. Auf Befragung gaben sie an, dass durchschnittlich nur 37% aller Transaktionen dem Käufer einen Mehrwert bieten. Sollten die Experten den durchschnittlichen Mehrwert-Quote der Transaktionen beurteilen, bei denen sie beteiligt waren, ergab sich das durchschnittlich 58% aller Transaktionen einen Wertzuwachs für den Akquisiteur brachte. Hm, wie geht denn das statistisch?

OK, werden Sie sagen, was hat das mit Traden zu tun, werden Sie sich vielleicht fragen? Die Tendenz zur Überschätzung ist systematisch und automatisch (!). Sie hat im Laufe der Evolution Sinn gemacht. Voll- und Teilzeit-Trader beschäftigen sich überdurchschnittlich viel mit Faktoren, die die Kurse beeinflussen. Sie wissen, wann welche Meldungen kommen, wann die Berichtssaison eröffnet ist. Sie haben Muster in der Vergangenheit gesucht und sich ein eigenes Trading-System aufgebaut. Untersuchungen von Tradern schlagen in dieselbe Kerbe: Trader überschätzen Ihre Fähigkeiten systematisch. Und das führt zu den Handelsverlusten.

Tatsache hingegen ist, dass Menschen sehr schlecht Kurse und Entwicklungen vorhersehen:

Eine Business Week Studie verglich den Consensus der Wall Street Analysten über 10 Jahres mit den Ist-Ergebnissen der Kurse: Ergebnis: Die durchschnittliche Abweichung ist größer als 16%.  David Dremann verglich in einer Studie die prognostizierte Ergebnisse der Wall Street Analysten mit den tatsächlichen Unternehmensergebnisse: die durchschnittlich Abweichung betrug  41% ! Und selbst wenn Sie Unternehmensergebnisse im Vorfeld kennen – also Insiderwissen haben – wissen Sie nicht wie der Markt reagiert! Q4 Ergebnisse 2005 für Google: Umsatz + 97%, Profit + 82%: Hatten aber die EPS um 0,5 $ unterschritten. Der Markt bestrafte innerhalb kurze Zeit: – 16%. Der Handel wurde anfänglich ausgesetzt, als er wieder eröffnet wurde fiel er von $ 432 auf $ 366. Zusammenfassung: Die  um 65 Mio. verfehlt Erwartungen führte zu 20 Mrd. Market Value Verlust. Damit wird deutlich, dass sowohl der durchschliche Investor als auch die „Experten“ weder die Kurse noch die Unternehmensergebnisse, geschweige den die Reaktion des Marktes auf diese Informationen prognostizieren können

Und, mit welcher Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen Sie dass Sie richtig liegen, wenn Sie eine Position eingehen? Ich rate Ihnen testen Sie sich! Ansonsten kommt Ihnen der Rückschaufehler teuer zu stehen! Schreiben Sie eine Tabelle und vergleichen Sie Ihre einschätzungen der zuküftigen Entwicklung mit den tatsächlichen Ergebnissen. Sie werden erstaunt sein!

Fragen Sie sich manchmal selbst: „Bin ich ein überdurchschnittlicher Trader?“ Sein Sie ehrlich zu sich! Was haben Sie geantwortet?

Auch ich selber kann mich dem schlecht entziehen. In der Grundgesamtheit der Anleger zähle ich mich zu den durchschnittlich besser Informierten. Ich habe BWL studiert, war in einem MBA Programm in eine Business School, die einmal unter den Top 20 stand und habe in der Analyse einer Großbank gearbeitet. Ich habe einige Bekannte, die arbeiten in der Investment Banking Bereich oder sind erfolgreiche Portfolio Manager. Ich selber bin Daytrader.  Auch die emotionalen und psychologischen Stoplerfallen sind mi gut bekannt. Schliesslich schreibe ich regelmäßig in meinem Blog darüber, halte wöchentlich 1-2 Vorträge zu dem Thema, das irrationale Gehirn, und kann es in der täglichen Coaching Praxis einsetzen. Daneben bin ich selber aktiver Trader und ich weiß um die Tendenz zur Selbst-Überschätzung. Wie sieht es bei mir aus? Auch da bin ich absolut durchschnittlich: Ich überschätze mich! Aber: Ich weiß, dass ich das tue!

Was den Trader in den Abgrund zieht ist aber nicht Selbst-Überschätzung an sich, sondern das Unwissen darüber das man sie hat. Positiv ausgedrückt: Man muss wissen was man nicht weiss und nicht kann!

Das „teuflische“ ist, das Experten tendenziell eher anfällig für Over-Confidence sind als „Laien“: Ausformuliert heißt das: Je mehr Du weißt, desto größer ist die Tendenz Sachen zu wissen, die man nicht weiß.

Es gibt Analysen über die Entwicklung von Portfolios, die zeigen folgendes Schema: diejenigen mit den meisten Transaktionen, erzielen die schlechtere Rendite! Ähnliche Versuche zwischen Experten (Banker und Analysten) und Laien (Studenten), die die Aktienpreisentwicklung prognostizieren sollten bewiesen, das die Experten sogar etwas schlechter als die Laien abschnitten.

Woran kann das liegen? John Allmans, Neuro-Wisenschaftler des California Institute of Technology, machte eine Experiment mit unerfahrenen Spielern. Er hat 2 verschieden Gruppen einen Kartenstapel gegeben. Die Gruppe konnte zwischen 2 Stapeln auswählen: einem mit hohen Gewinnen und gelegentlichen kleineren Verlusten und einem Stapel kleineren Gewinnen gekoppelt mit größeren Verlusten. Nennen wir das erste den Gewinner-, den andern den Verliererstapel. Nach de Hälfte der Zeit wurden die Stapel vertauscht, ohne dass es die Probanden mitbekamen. Die Gruppe mit dem anfänglichen Gewinnerstapel, die „einen Lauf hatten“, hatte große Probleme damit, dass sich die Regeln geändert hatten. Die Fähigkeit, Fehler zu korrigieren, war ausgeschaltet. Die Sucht nach einem positiven Ergebnis also unsere Emotionen, übermannt die Ratio.

Untersuchungen die das Belohnungssystem von Schimpansen analysierten, fanden heraus: Belohnungen, die mit 50iger Wahrscheinlichkeit eintrafen haben einen höheren und längeren Dopamin Ausschuss produziert als sicherere Belohnungen. Und da unser Gehirn nach Belohnung giert, wählt es häufig die riskantere Alternative. Das alleine widerspricht der Ratio!

Wisse immer was Du nicht weißt, statt unnötig Geld zu verlieren!

Akzeptiere: „Ich weiss es nicht“ anstatt – wenn es zu spät ist – von Fachanwälten für Kapitalmarktrecht gerichtlich vertreten zu lassen!

Mental Trading – Das Dilemma der Evolution und der Verlustserie

Veröffentlicht in coaching, Daytrader mit den Tags , , , , , am 19. Februar 2009 von christophdwahlen

pfeil1_businessWie Mental Coaching hilft nach einer Verlustserie wieder rational zu handeln!

Neure Erkenntnisse der Neuroforschung dokumentieren die Vorgänge im menschlichen Gehirn, wenn wir (antizipieren das wir) Geld verlieren. Forscher um Ben Seymour vom Wellcome Trust Centre for Neuroimaging in London untersuchten Gehirnaktivitäten von Pokerspielern (also JEDER DER ANLEGEENTSCHEIDUNGEN trifft, wie Structured Products Händler, Daytrader, Portfolio-Manager, etc. oder der private Anleger) am Spieltisch. An dieser Stelle sollen die Ergebnisse des Wissenschaftsmagazin „Journal of Neuroscience“ erläutert, Implikationen aufgezeigt und Lösungen dargestellt werden.

Warum Geld verlieren schmerzt

Jeder kennt das Thema Angst. Manche ignorieren es, für manche dominiert sie ihr Leben. Aber, was hat das damit zu tun, wenn Sie Anlageentscheidungen treffen? Jetzt wird es relevant: Unser Gehirn verursacht die gleichen Emotionen bei (antizipierten) Geldverlust, wie bei Angst, Bedrohungen und körperlichen Schmerzen. Und, wie wir alle wissen, wird der rationale Verstand ausgeschaltet, wenn das Gefühl der Angst dominiert.

Um zu verstehen, warum sich Trader mit diesem Thema auseinandersetzen sollten, wird kurz der Stand der Forschung dargelegt. Angst ist – evolutionshistorisch betrachtet – ein sinnvolles Mittel, um uns vor Gefahren zu schützen und unser Leben zu retten. Hormone werden ausgeschüttet, die dem Körper signalisieren, dass er sich auf eine Verteidigungsreaktion vorbereiten muß. Der Hypothalamus aktiviert den sympathischen Zweig des autonomen Nervensystems (ANS) und versetzt ihn in einen Zustand erhöhter Erregung, die dem Körper Kampf und Flucht ermöglicht, bzw. ihn erstarren lässt. Doch weder beim Skalping, noch beim Swingtrading, genauso wie bei Entscheidungen zur einer Investment-Strategie taucht kein Säbelzahntiger oder hinterhältiger Angreifer auf, vor dem man wegrennen sollte, vor Angst erstarren, oder den man mit Gewalt bekämpfen muß. Daytrader, Pokerspieler und Portfolio-Manager sind auf den Einsatz ihres rationellen Verstandes angewiesen. Doch der Mensch kommt, mit dem Verstand, nicht gegen die Kräfte der Evolution an, die uns dabei geholfen haben Millionen von Jahre zu überleben. Der Mensch in der Falle?

Was geschieht genau in unserem Gehirn?

Antizipiert unser Gehirn einen potentiellen Gewinn, einen Handelsansatz mit viel größerem Erwartungswert, wird das Striatum besonders aktiv. Es ist Teil der Basalganglien, die zum Großhirn gehören. Das Corpus Striatum ist die Eingangsstation der Basalganglien. Gleichzeitig ist es Bestandteil wichtiger neuronaler Regelkreise, für den frontalen Lappen unseres Gehirns. In ihm werden Motivation, Emotion und Kognition „verschaltet“. Die MRT-(Magnetresonanztomografie) Aufzeichnungen von Pokerspieler haben folgenden Sachverhalt nahegelegt: das Gehirn reagiert bei einem antizipierten finanziellen Verlust anders als bei einem möglichen Gewinn! Genauer: die hinteren Gehirnregionen werden bei drohendem Verlust, die Vorderen bei erwartetem Gewinnen aktiv. Um den Schmerz zu verhindern, steuert das Gehirn das Verhalten entsprechend. Bei der Einschätzung der Situation spielen in der Vergangenheit gemachte Erfahrungen eine wesentliche Rolle. Angewendet auf die „reale“ Welt des Handelns oder langfristigen Investieren heisst das: hat der Mensch eine Reihe von Verlusten hinnehmen müssen – Mistrades (Daytrader) oder schlechtes Positiontrading (Portfolio-Manager oder Privat-Anleger) – ist er traumatisiert (siehe auch: mydaytrader.wordpress.com). Und, es festigt sich schleichend eine Phobie. Also eine irrationale Furcht vor Objekten und Situationen, die in keinem Verhältnis zur realen Gefahr steht. Und, die Phobie, auch wenn es in dieser Welt wenige hören möchten, hat einen hohen Erklärungsgehalt für irrationales, semi-professionelles Verhalten von Händlern und Investoren, bzw. der aggregierten Version, dem „Markt“.

Und wo ist die Relevanz für das tägliche Handeln? Was können Händler oder institutionelle Investoren konkret für den Alltag aus diese Erkenntnis lernen? Liegt ein Trauma oder eine anhaltende Bedrohungsempfindung vor, reagiert das Gehirn so, als stehe es unter starkem Streß und erlebt eine Bedrohung. Resultat: Obwohl das tatsächliche traumatische Ereignis schon seit längerem beendet ist und die Bedrohung durch rationelles Verhalten abgewendet werden kann, fordert das limbische System vom Hypothalamus weiterhin, das ANS zu aktivieren und den Körper auf Kampf, Flucht oder Erstarren vorzubereiten. Damit befindet sich der Körper in einem Zustand chronischer ANS-Aktivierung, auch Hyperarousal genannt.

Dieser führt zu körperlichen Symptomen, die das Fundament für – sich langfristig chronifizierende –Angst-, Panik-, Schwäche- und Erschöpfungsgefühle sowie Muskelsteifheit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen legen.

Während in der psychologischen Fachliteratur überwiegend die weit verbreitete Höhen-, Flug-, Spinnenangst, Klaustrophobie, oder Angst vor dem Sprechen vor großen Menschenmassen oder Mäusen thematisiert wird, bleiben die Auswirkungen von Phobien bei betriebswirtschaftlichen und spieltheoretischen Aspekten weitgehend unbeachtet. Eine lobenswerte Ausnahme ist die junge Fachrichtung der Behavioral Finance, die sich mit den Auswirkungen der Psychologie auf das menschliche Investitionsverhalten beschäftigt. Damit schliesst sie eine Lücke in der Betriebswirtschaftslehre, zu der auch die Spieltheorie gehört, die bis dato praktisch ohne Rückgriff auf die wissenschaftliche Psychologie entstanden ist.

Die Logik der Angst

Kommen wir zurück auf die britischen Neuro-Forscher, die betonen: “Die von uns gemachten Erkenntnisse spiegeln auch jene wieder, die in Gehirnen von Mäusen aufgetreten sind”. Damit wird belegt, dass finanzielle Verluste im Gehirn genau an der Stelle erzeugt werden, wo auch die Schmerz und Leid Wahrnehmung lokalisiert wurde. Seymour verdeutlicht „Ebenso wenig wie jemand Geld verlieren möchte, will niemand Schmerz erfahren. Daher ist es sinnvoll, den Abwehrmechanismus dieser Erfahrungen miteinander zu verbinden”. Nur leider produziert der Abwehrmechanismus hierbei keine rational abgewogenen, gut sortierten Gedanken, sondern erzeugt Panik – als Folge der Angst.

Richard Peterson fasst die Effekte dieses Verhalten als Loss Avoidance System übersichtlich zusammen. Der Mensch, der unter den Bedingungen einer unsicheren, hochriskanten Umgebung der Finanzmärkte handelt, agiert so, dass er Verluste vermeidet. Damit erklärt man irrationales Fehlerverhalten wie:

Zögern – Der Trader tritt zu spät in die Position ein, und ihm entgeht Gewinn. Der Händler kauft nicht trotz eindeutiger technischer Signale und Muster, und folgt damit nicht seiner eigenen Handelsstrategie. Der Privatanleger kauft trotz Liquidität stark unterbewertete Werte nicht.

Dispositionseffekt – der Trader verkauft seinen Verlustposition nicht am Stop, und vervielfacht den Verlust bzw. verkauft die Gewinnposition zu früh, aus Angst den Gewinn wieder zu verlieren.

Starres Festhalten an Strategien – Unflexibilität in der Entwicklung von Spiel- und Musterstrategien hindert fortgeschrittene Händler daran ihren Handelserfolg zu verbessern.

Stolz – Investoren und Händler wollen die einmal getroffene Entscheidung (von externer Seite) bestätigt wissen, schliesslich haben sie sich eine gut begründete Meinung gebildet. Auch wenn sich die äußeren Umstände (die Position dreht sich) seit der Entscheidung geändert haben, bleiben sie bei Ihrer Strategie. Durch dieses Verhalten minimieren sie nicht ihr mathematisches kalkuliertes Verlustrisiko.

Wie löst man das Problem?

Wir haben gehört: Ist die Verlusttraumatisierung einmal in Gang, ist ein Teufelskreis geschlossen. Der ursprüngliche Zweck der Angst, das Überleben zu sichern, schadet den Händlern jetzt, da die realen Bedrohung längst nicht mehr existiert. Ein Ausweg aus dieser Situation kann der Verstand nicht liefern! Sonst würde man ja keine irrationellen Entscheidungen treffen, nicht wahr! Gut ist kognitive Verhaltenstherapie. Effektiver sind hypno-systemische Methoden, zu denen ich u. a. EMDR, Zeitlinienarbeit, verschiedene Phobie-Modelle, aktives Meditieren zähle. Wichtig ist das Reiz-Reaktions-Schema „manuell“ aufzubrechen, letztendlich Neuronen neu zu verschalten, indem negative Emotionen von dem ursprünglichen Ereignis entkoppelt werden. Traden ist nicht nur ein Spiel, sondern ein Markt mit viel Potenzial und Geld. Phobien zu erkennen und aufzulösen ist der Anfang für die Persönlichkeitsentwicklung und die Grundlage einer erfolgreichen Karriere. Selbstverständlich überlasse ich es Ihnen zu glauben, das es sich für einen Trader durchaus lohnt Handelsvorbereitung neben traditionellem Training auch in Mental Coaching zu investieren. Sie werden noch positiver denken, erfolgreich sein und effektiv Phobien auflösen. Lassen Sie Ihr Unterbewusstsein als Ihr persönlicher Wunscherfüller für sich arbeiten!

Können Bernie Madoffs Kunden – Santander, Royal Bank of Scottland; BNP Parisbas – von den Erkenntnissen der Behavioral Finance lernen?

Veröffentlicht in coach, coaching, Daytrader, daytrading mit den Tags , , , , , , am 28. Dezember 2008 von christophdwahlen

Damit Sie auch später noch kraftvoll investieren können!

Damit Sie auch später noch kraftvoll investieren können!

Behavioral Finance, als junge interdisziplinäre Wissenschaft, untersucht die Gründe für das unrationale Verhalten der Marktteilnehmer, dadurch dass wirtschaftliche und psychologische Aspekte berücksichtigt werden. Hintergrund ist, dass es unter Experten unumstritten ist, dass die menschliche Psyche und nicht die statistischen Analysemethoden das eigentliche „Problem“ darstellen.

Eine alte Börsenweisheit sagt: Emotionen haben an der Börse nichts zu suchen. Und insbesondere institutionelle Anleger sollten ihre Investitionsentscheidungen nach objektiven Kriterien treffen. Jetzt kann man begründet annehmen, dass eine ausgefeilte Risiko-Prüfung zur Routine gehört, wenn es darum geht hunderte von Millionen anzulegen. Speziell wenn es um das Geld Dritter geht. Umso mehr erstaunt es, dass auch Banken, Versicherer, Hedgefonds und sehr vermögende Geschäftskunden trotz aller Inhouse Intelligenz über diskretionäre Methoden und hochintelligente mathematische Modelle, dieselben menschlichen Fehler begehen wie private Anleger. Wie kommt das?

Santanders Dachfonds hat einfache Regeln des Money Managements nicht beachtet, als es darum ging 3,1 US$ Mrd. von 8 Mrd. US$ in einen (Madoff-) Fond zu investieren. Auch scheinen die Regeln der optimalen Positionsgröße wenig bei Pioneer Investments gegriffen zu haben, die sogar fast das gesamte Vermögen Ihrer Kunden auf eine (Madoff) Karte gesetzt haben. Das könnte man berechtigterweise als unsystematisches handeln bezeichnen! Kann es sein, dass die Gier größer war als der Verstand?

Der Mensch gesteht sich nur ungern eigene Fehler ein. So kommt es, dass Nicola Horlick, Londons “Superwoman”, die über ihr Bramdean Alternatives Portfolio „nur“ 9.5 % Ihres Gesamtvermögens bei Bernhard Madoff investierte, jetzt über das jahrzehntelanges, systematisches Versagen der US Börsenaufsicht klagt. Während sie, vor dem Skandal, überschwenglich Madoff in der Financial Times, als jemand beschreibt der “…has managed to return 1 to 1.2 % per month, year after year after year.” Schon eine Routineüberprüfung der New Yorker Filiale der Société Générale vor Jahren ergab, dass die gezahlten Renditen aus dem Marktgeschehen nicht rekonstruiert werden konnten. Die SEC selber hat jahrelang vor der Anzeige stichhaltige Hinweise erhalten, das es sich um ein Schneeballsystem handelt und ist ihnen nicht nachgegangen. Will da jemand Recht behalten oder bestätigt werden, auch wenn laute Signale warnen?

Kostolany sagte einmal treffenderweise: „Börse ist Geld und Psychologie”. Folgerichtig heisst das, dass auch institutionelle Anleger wie jeder andere Mensch am Markt agieren. Und, deren Verhalten läßt sich nicht mit dem Homo Oeconomicus beschreiben. Auch wenn sich damit einfacher mathematische Formeln modellieren lassen. Neueste Ergebnisse der Neuroforschung gehen tendenziell von irrationalen Schnellentscheidern aus.

Unrationelles Anlegerverhalten, sei es jetzt Gewinnpositionen zu früh zu verkaufen, gute Trades aus Angst nicht einzugehen, der Dispositionseffekt, fehlende Affektkontrolle o. ä., kommen nicht von ungefähr. Sie sind das Ergebnis davon wie unser Gehirn Informationen aufnimmt und verarbeitet. Bei der (Anlage-)Entscheidungsfindung spielen Erfahrungen und situative Emotionen eine große Rolle. Will man das in den Griff bekommen muß das menschliche Gehirn genauso optimiert werden, wie die Handelstechnik, die Risikoprüfung und das individuelle Handelsschema! Dabei geht es nicht darum sich so zu entspannen, dass einem alles egal ist! Hat z.B. ein Boxer keine Spannung mehr vor einem Kampf, haut ihn der Gegner einfach um.

Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde! Gier und Angst genauso wie Stolz und Selbstsucht! Wichtig ist es hier die gute Absicht zu würdigen und auf die Emotion einzugehen und ihr erklären, das man genau dasselbe will wie sie!

Spiele mit dem Geld, bevor es mit dir spielt! Professionelles Trading soll Rendite bringen. Kein Achterbahn Feeling. Private Anleger, genau wie professionelle Hedgefond Manager, sind gut beraten professionelle Unterstützung zu suchen, wenn es darum geht Emotionen aus (millionenschweren) Anlageentscheindungen heraus zu halten. Es lohnt sich.

Wie kann Mental Coaching helfen die Folgen der Verlust-Traumatisierung der Trader in den Griff zu bekommen?

Veröffentlicht in coach, coaching, Day Trader, Daytrader, daytrading, mental, trading, trainer mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am 19. Dezember 2008 von christophdwahlen

Ursache für Ihre P/L Performance !

Ihr Kopf: Ursache für Ihre P/L Performance !

Letztens war ich wieder in der Offline-Welt und habe das Thema Verlust-Trauma und Daytrading vor einer Gruppe von ca. 30 Personen angesprochen! Hilft Mental Training Traders aus den Folgen des Drawdown raus zu kommen?

Verlust-Trauma beim Handeln? Was soll das sein? Nie gehört! Ganz einfach: Wenn ein Mensch extreme Unglückssituationen oder andere Belastungssituationen erlebt, etwa als Soldat in Kampfeinsätzen, als Opfer frühkindliche Misshandlung oder eines brutalen Banküberfalls, oder eben ein Trader Geld verliert durch eine Serie von Verlusttrades, dann wird dieser Mensch traumatisiert! Forschungsergebnisse der kognitiven Verhaltensforschung belegen, dass solche Erfahrungsverankerungen erlernt sind! Der Schaltkreis im Gehirn konditioniert sich mit der Zeit auf Verluste. Zum Einen ist diese Emotion nicht angenehm, zum Anderen führt dies zu einem viel schwerwiegenderem Punkt: Dieser Prozess legt einen „Bypass“ um den Verstand und führt zu einer Verhaltensautomatisierung, d.h. Ihr Trading läuft unterbewusst ab. (Nochmal Achtung – Das bedeutet: Ist dieser Zustand einmal erreicht, können sie noch so viele schlaue Blogs, interessante Artikel und intelligente Bücher lesen, sie ändern nichts). In der Praxis erzeugt das eine Selbst-Erfüllende Prophezeiung. Folge: Trading-Fehler werden immer stärker erwartet; d.h. nach einer längeren Verlustserie, werden Gewinnpositionen zu früh verkauft, um endlich einmal Recht zu haben. Positionen werden aus Angst nicht oder zu spät eingegangen, da erwartet wird, dass sie sowieso nur wieder zu einen Verlust führen. Es werden zu große Positionen eingegangen, das Risiko- und Money-Management wird schlecht. Semi-professionelles Verhalten wie Over-Trading kommt an den Tag. Die eigenen Stoppmarken werden nicht eingehalten, da die Position sich vielleicht doch noch dreht und dabei vervielfacht sich der einkalkulierte Verlust. Letztendlich kann die – eigentlich gute – Handelsstrategie mathematisch nicht mehr aufgehen.

Stuart Schneiderman und Brett Steenbarger beschreiben in ihren Blog Posts ausführlich die Traumatisierung der Trader. Ihre Grundaussage ist: Traumatas gehen am rationale Verstand vorbei und erzeugen automatische, unbewusste Reaktionen (!). Deshalb können Traumatas nicht durch noch mehr rationales Denken und lesen guter Ratschläge beeinflusst bzw. verändert werden.

Was ist die Lösung? Psychologie kann sehr teuer werden!

Logik und Verstand

Mancher Gefragte argumentierte mit dem Verstand. Motto es macht keinen Sinn Recht haben zu wollen, oder traumatisiert zu sein…hm, aber, sagen Sie das einmal ihrem Trauma. Ihr Verhalten läuft unbewusst ab! (“Pfeiff, wenn Du keine Luft mehr bekommst!” kommt mir da in den Sinn) Natürlich macht es keinen Sinn! Aber die Synapsen sind jetzt einmal so verschaltet. Ein totes Pferd kann der Jockey noch so antreiben, es wird nicht laufen.

Ablenkung

Ablenkung um sein Selbstwertgefühl zu steigern: Golf-Handicap verbessern, Tennis spielen, Ausdauersport machen, aber auch Schach, Backgammon oder Bridge spielen. Andere lenken sich bei Bogenschiessen oder Segelfliegen ab…das alles ist nützlich, um sich abzulenken und in anderen Bereichen positive Rückmeldungen zu bekommen. Sobald jedoch wieder der Auslösereiz (die Handels-SW, der Chart,…) da ist, kommt automatisch die Angst wieder durch – und diese lähmt und betäubt den Verstand. Will heissen: Ablenkung schadet nicht, es ändert aber auch nichts am eigentlichen „Problem“.

„Einfaches“ NLP

Sprechen Sie mit Menschen, die schon einmal einen NLP-Practitioner Kurs besucht haben, kommt aus der Hüfte geschossen: „Einfach positiv denken. Stell Dir zukünftige Gewinntrades vor!“ Oder ruf Deinen „Best Practice“ Anker ab. Ich sage nicht, dass das nicht hilft! Es muss jedoch einhergehen mit fundamentalen Einflussfaktoren der menschlichen Psyche! Wenn Sie Angst, Zweifel oder ein geringes Selbstbewusstsein haben, werden positive Suggestionen und Visualisierungen von Ihrem Kopf nicht aufgenommen! So einfach ist das.

Was hilft denn dann?

Ok, wir haben erkannt das Verlust Traumatas nicht mit dem Verstand gelöst werden können. Was sagt die kognitive Verhaltensforschung? Phobien, Ängste und Traumatas sind „erlernt“; sie lassen sich aber auch aktiv „verlernen“, also umprogrammieren. Man(n) kommt aus einer Traumatisierung wieder raus, indem man den „Traumata“-Automatismus stoppt und durch Arbeiten mit dem Unterbewusstsein proaktiv umlenkt.

Statistisch gut begründete Empfehlung der kognitiven Verhaltenstherapie bei Traumatas: Massierte Reizkonfrontation. Zugegeben eine vielfach bessere Methode als Freuds Psychoanalyse, die davon ausgeht, dass jedes Problem in der Kindheit gefunden werden muss, um es dann wegzurationalisieren (!). Aber der Trader stellt sich täglich diesem Reiz massiv! Und, im Gegensatz zu einer Spinnen- oder Platzphobie, ist Konfrontation mit dem Reiz (realisierter Verlust) beim Trader nicht objektiv harmlos. Er verliert – ohne Lerneffekt – eine Menge Geld!

Ok, und was ist die beste Lösung?

Was wäre wenn es eine alternative, hochwirksame Phobie-Methoden gäbe, die nicht die oben genannten Nachteile haben. Was wäre, wenn man die unterschwellige Angst aus dem Handel heraus bekommt, und so wieder nicht nur rational denken, sondern mehr und mehr rational handeln kann?

Dabei müssen begleitend individuelle Einflüsse, wie Ängste, Zweifel und Selbstbewußtsein berücksichtigt werden, um Veränderungsprozesse wirksam zu machen. Mental Training für Trader setzt begleitend dazu den Selbstvertrauenskreislauf in Gang und löst die negativen Emotionen vom auslösenden Ereignis.

…und das Ego raushalten

In einem älteren Post habe ich erwähnt, dass man – möglichst immer – das Ego aus dem Trading raushalten muss. Die Literatur spricht hier von dem Unterschied zwischen Prozess- und Ergebnisorientierter Vorgehensweise.

Handeln Sie und erzählen Sie von Ihren Erfahrungen!

Wie werde ich Millionär mit Daytrading?

Veröffentlicht in coach, coaching, Day Trader, Daytrader, daytrading, mental, trading, trainer mit den Tags , , , , , , , am 14. Dezember 2008 von christophdwahlen

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Psychologie erfolgreichen Tradens!

Als Sie die Frage im Titel gelesen haben, dachten Sie wahrscheinlich an “Analyse und gute Vorbereitung” und “Ein- und Ausstiegstechniken”. Vielleicht kamen ihnen auch Aspekte wie “richtiges Money-/Risk-Management” und “lernen in Durchschnitten zu denken ” in den Sinn.

Liest man die einschlägige Literatur und unterhält sich mit den langfristig sehr erfolgreichen Tradern, wird schnell klar, dass diese Faktoren nur notwendige, jedoch nicht hinreichende Erfolgsdeterminanten sind! Wer sich die Mühe macht und studiert ein wenig die Persönlichkeit derer, die langfristig erfolgreich sind, der wird feststellen, dass ausnahmslos alle neben guter Vorbereitung und Disziplin an Ihrer optimalen psychologischen Einstellung feilen. Interessant ist, dass bei allen Regeln, Strategien und mathematischen Modellen immer wieder das Wort “Intuition” oder die nebulöse Wort “Erfahrung” erscheint. Um einen erfolgreichen Trader zu zitieren: “Du musst eins werden mit Deinem Chart!”

Psychologie-Beiträge werden in der Börse, in der die technische Analyse dominiert, häufig belächelt. Das Phänomen Massenpsychologie wird ignoriert. Bei einem selbst ist alles in bester Ordnung. Man hat klare Ziele, einen ausgearbeiteten Plan und setzt es in der Praxis um. Soweit so gut, solange es um nichts geht. Solange noch keine Position eröffnet haben, solange gelten die Gesetze der Vernunft.

Einer der Hauptunterschiede zwischen einer Legende und denjenigen 85%, die ihr Konto innerhalb der ersten 12 Monate erden, liegt darin, dass Top-Performer auch in “Stress-Situationen” so agieren, wie sie es sich vorgenommen haben, bevor eine Position aufgemacht wurde. Also auch dann, wenn sie unter hohem Druck stehen und eine Reihe von Verlusttrades hinter sich haben oder gerade gegen den Drawdown kämpfen.

Interessant ist, wieso es Top-Tradern gelingt, ihre Strategie umzusetzen, während manche Händler gar nicht mehr traden müssten, wenn Sie 5 Euro bekommen würden, für jedes mal, wenn Sie von ihrem Plan abweichen. Warum ändert sich bei vielen Menschen das Verhalten in der Wettbewerbssituation, während echte Champs im Wettbewerb noch ruhiger und fokussierter werden?

Die Antwort ist genauso einfach wie einleuchtend: Peak-Performer, schaffen es bei ihrer Tätigkeit ihre Abhängigkeit vom Ergebnis auszublenden. Sie orientieren sich nur an ihrer eigenen Performance.

Wer sich fragt: “Wie soll ich Vertrauen zu meinem System haben, wenn die P/L seit 6 Monaten negativ ist? Wie soll ich mein System aufbauen, wenn ich täglich Verluste hinnehmen muss?” wer so “gestrickt” ist, wird keinen Erfolg haben. Joe Ross antwortete einmal auf die Frage, ob Trading Handwerk oder Kunst sei: “Gute Trader sind nicht einfach technisch versiert. Sie treten darüber hinaus und spielen aus ihrer Seele. Es kommt aus ihrem Inneren.” Etwas nüchterner ausgedrückt bedeutet es: Während man handelt, darf man sich nicht von dem (zukünftigen) Ergebnis leiten lassen, sondern muß im Flow sein! Und, wie schaffe ich es, das ich bei meiner Tätigkeit nur auf die eigene Performance schaue und nicht auf das Ergebnis? Sie müssen Ihr Ego unter Kontrolle bekommen! Ihr Ego darf Ihr Handeln nicht beeinflussen!

Der persönliche Umgang mit Gewinn und Verlust entscheidet über ihre Zukunft. Ist Erfolg wichtig für meine Selbstbestätigung? Geht es mir auch gut, auch wenn es gerade schlecht läuft? Betrachten wir uns einmal die bekannte Trader-Weisheit: Gewinnen ist für die Psyche des Traders im gleichen Maße gefährlich wie verlieren! Gewinnserien machen i. d. R. übermütig. Man geht zu große Einzelpositionen ein und fängt an, unsystematisch zu handeln. Viele können nicht mit der gesteigerten Erwartungshaltung umgehen! Andersherum erzeugt eine negative P/L-Bilanz im letzten Monat Angst. Man steigt zu spät in den Markt ein, lässt Gewinne nicht laufen, kauft bei Verlusten nach und wartet darauf, dass der Markt die eigene Einschätzung bestätigt. All das passiert zwangsläufig, wenn das Selbstvertrauen auf (externen) Erfolgen aufbaut.

Wie schafft man es, das Selbst aus dem “Tun” herauszuhalten und dabei aber gleichzeitig hochmotiviert und konzentriert zu sein?

Wenn man versucht unvernünftiges Verhalten mit Vernunft zu beeinflussen, kämpft man mit seinem eigenen Schatten! Und in Wirklichkeit kann Lucky Luke nicht schneller schießen als sein eigener Schatten! OK, Lesson learned: Veränderungsarbeit läuft nicht über den Verstand!

Eine schöne Metapher von der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Mental Coach und Trader ist das Bild von zwei Menschen, die sich auf Augenhöhe gegenüberstehen. Zwischen ihnen steht ein großer, verästelter Baum. Dieser Baum symbolisiert den Änderungswiderstand des Verstandes eines Klienten. Unter Experten ist es unumstritten, dass das Ego eine starke Tendenz hat, sich selber zu bestätigen und alle anderen Informationen, die dem Zustand widersprechen, einfach aussortiert. Dieses Phänomen nennt sich selektive Wahrnehmung.

Die beiden Spieler können nur zusammenspielen, wenn der Frisbee mit einer weiten Flugkurve um den Baum herum geworfen wird. D.h. ein Austausch bzw. die gewünschte Änderung kommt nur zustande, wenn der Verstand umgangen wird. Man kann noch so viele kluge Artikel lesen, dabei ändert man wenig bis nichts! Eine effektive Alternative wird Ihnen Ihr erfahrener Mental Coach gerne in einem persönlichen Gespräch vorstellen. Soviel schon vorab: der Prozess muss unbewusst laufen!

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Ernsthaftigkeit. Bin ich bereit mich wirklich zu ändern, oder hat mich irgendjemand – gegen meine Einstellung – überredet? Will ich meine Fähigkeiten nachhaltig verbessern, muss ich an meinem Frisbeespiel jeden Tag feilen! Nur wenn ich im Innersten auch bereit bin für diesen Lernprozess, kann ich mich weiter entwickeln. Kann ich mir vorstellen genauso intensiv an meiner mentalen Stärke zu arbeiten, wie an meinen “fachlichen” Fähigkeiten? Diese Frage müssen sich alle Heavy-Trader beantworten, die voran kommen wollen.

Es gilt: Erfolge – genau wie Misserfolge – entstehen in Ihrem Kopf. Lernen Sie von den Gewinnern!

Schreiben Sie mir über Ihre Erfahrungen und Erlebnisse! Was ist Ihre Erwartungshaltung an sich selbst? Ist es Ihnen wichtiger zu siegen, oder einen guten Job zu machen? Woher kommt der Druck? Von innen oder von außen? Kann es sein, dass Sie den gordischen Knoten zerschlagen, wenn Sie nicht Perfektion, sondern Ihre eigene Entwicklung als Maßstab nehmen?

Neugierige Grüße

Christoph D. Wahlen

PRO Mental Coaching GmbH

10 + 1 Gründe, warum Sie nicht Daytrader werden sollten!

Veröffentlicht in coach, coaching, Day Trader, Daytrader, daytrading, mental, trading, trainer mit den Tags , , , , , am 14. Dezember 2008 von christophdwahlen
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Nicht Jeder sollte Trader werden!

Können Sie es sich vorstellen Ihren Lebensunterhalt mit professionellem Handel zu verdienen? Oder sollten Sie vielleicht doch lieber nach Alternativen suchen?

Letztens hatte ich wieder ein paar Anfragen per email bekommen, ob und wie ich angehende und bereits aktive Daytrader mental coachen könne. Den meisten Anfragen habe ich ein paar Fragen gestellt und ihnen vom Daytraden abgeraten! Es gibt Persönlichkeitsstrukturen, für die es bessere Jobalternativen gibt als traden! Das hat nichts mit Intelligenz zu tun! Nicht das ich nicht der Auffassung bin, das man grundsätzlich Jeden ändern kann, aber in manchen Fällen ist der Preis der Änderung zu hoch.
So sehr ich mich freue Menschen dabei zu unterstützen ihr Verhalten zu optimieren, um sie für den Weg zur Spitze optimal vorzubereiten, so wichtig ist mir meine persönliche Erfolgsquote. Schließlich will ich weiterempfohlen werden und das muss ich mir hart erarbeiten! Auch auf die Gefahr, dass ich mich bei diesen Menschen erst einmal unbeliebt gemacht und auf Einnahmen verzichte. Der kleine Vorcheck dient dazu meine Erfolgsquote zu sichern.

Lesen Sie sich die Fragen einmal in Ruhe durch! Es geht um die psychologischen Aspekte des Tradens! Finden Sie sich in ein oder mehreren Aussagen wieder? Hier geht es nicht um politisch korrekte Antworten. Sie sind nur sich selber verantwortlich!

1. Sie wollen Recht behalten, schließlich haben Sie sich ja gut vorbereitet.
2. Sie wollen schnell reich werden. Warum langsam, wenn es auch schnell geht?
3. Sie sind unangreifbar! Vorangegangene Erfolgserlebnisse zeigen, dass Sie Anspruch auf Erfolg haben.
4. Ihre Einzelpositionsgröße richtet sich nach der Größe Ihres Depotwerts.
5. Sie brauchen kein Training, auch wenn Sie von Tag eins an gegen die Profis spielen.
6. Übergeordnete Mustererkennung und Mind Maps sind nichts für Sie.
7. Sie haben Ihre Strategie, und die wird für alle Zeit beibehalten, das haben Sie in anderen Bereichen ihres Lebens auch so gemacht.
8. Sie brauchen ein soziales Netzwerk, das versteht was Sie beruflich machen und sie unterstützen kann. Isolierung von der Gesellschaft ist nicht ihr Ding.
9. Sie wollen eine sinnhafte Arbeit machen: ein Produkt / Dienstleistung schaffen, dass nachhaltig ist.
10. Traden ist ein schönes Hobby nebenher, da brauchen Sie nicht 100% zu geben.
11. Sie wollen Abenteuer. Die 20-fach gehebelte Position, die kurz vor dem Knock-Out umdreht, gibt ihnen den letzten Kick!

Sage ich: Sie sollten jetzt nur psychologisch arbeiten und nicht an ihrem fehlenden Wissen über Finanzprodukte oder an Ihrem Risk-/Money-Management arbeiten? Empfehle ich, dass Sie kein Trading-Tagebuch führen sollen? Betone ich: Sie brauchen das Marktumfeld und -mechanismen nicht studieren?

Das alles ist wichtig! Traditionelle Vorbereitung ist unerläßlich! Wichtig ist es jedoch auch zu realisieren, dass die Gesetze des Verstandes spielend ausgeschaltet werden können, sobald die Schlacht eröffnet ist! Und das kann richtig Geld kosten und richtig weh tun! Ihrem Ego sei dank!

Und was ich empfehle als Mental Coach bevor Sie sich entscheiden Fulltime zu traden? Holen Sie sich eine externe Meinung, einen Sparringspartner, der Ihnen ein objektives Feedback auf die obigen Aussagen gibt. Es geht um viel Geld!

Eine exakte Selbsteinschätzung ist kriegsentscheidend!

Happy Trading!

Christoph Wahlen

PRO Mental Coaching GmbH

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