Wie kann Mental Coaching helfen die Folgen der Verlust-Traumatisierung der Trader in den Griff zu bekommen?

Ursache für Ihre P/L Performance !

Ihr Kopf: Ursache für Ihre P/L Performance !

Letztens war ich wieder in der Offline-Welt und habe das Thema Verlust-Trauma und Daytrading vor einer Gruppe von ca. 30 Personen angesprochen! Hilft Mental Training Traders aus den Folgen des Drawdown raus zu kommen?

Verlust-Trauma beim Handeln? Was soll das sein? Nie gehört! Ganz einfach: Wenn ein Mensch extreme Unglückssituationen oder andere Belastungssituationen erlebt, etwa als Soldat in Kampfeinsätzen, als Opfer frühkindliche Misshandlung oder eines brutalen Banküberfalls, oder eben ein Trader Geld verliert durch eine Serie von Verlusttrades, dann wird dieser Mensch traumatisiert! Forschungsergebnisse der kognitiven Verhaltensforschung belegen, dass solche Erfahrungsverankerungen erlernt sind! Der Schaltkreis im Gehirn konditioniert sich mit der Zeit auf Verluste. Zum Einen ist diese Emotion nicht angenehm, zum Anderen führt dies zu einem viel schwerwiegenderem Punkt: Dieser Prozess legt einen „Bypass“ um den Verstand und führt zu einer Verhaltensautomatisierung, d.h. Ihr Trading läuft unterbewusst ab. (Nochmal Achtung – Das bedeutet: Ist dieser Zustand einmal erreicht, können sie noch so viele schlaue Blogs, interessante Artikel und intelligente Bücher lesen, sie ändern nichts). In der Praxis erzeugt das eine Selbst-Erfüllende Prophezeiung. Folge: Trading-Fehler werden immer stärker erwartet; d.h. nach einer längeren Verlustserie, werden Gewinnpositionen zu früh verkauft, um endlich einmal Recht zu haben. Positionen werden aus Angst nicht oder zu spät eingegangen, da erwartet wird, dass sie sowieso nur wieder zu einen Verlust führen. Es werden zu große Positionen eingegangen, das Risiko- und Money-Management wird schlecht. Semi-professionelles Verhalten wie Over-Trading kommt an den Tag. Die eigenen Stoppmarken werden nicht eingehalten, da die Position sich vielleicht doch noch dreht und dabei vervielfacht sich der einkalkulierte Verlust. Letztendlich kann die – eigentlich gute – Handelsstrategie mathematisch nicht mehr aufgehen.

Stuart Schneiderman und Brett Steenbarger beschreiben in ihren Blog Posts ausführlich die Traumatisierung der Trader. Ihre Grundaussage ist: Traumatas gehen am rationale Verstand vorbei und erzeugen automatische, unbewusste Reaktionen (!). Deshalb können Traumatas nicht durch noch mehr rationales Denken und lesen guter Ratschläge beeinflusst bzw. verändert werden.

Was ist die Lösung? Psychologie kann sehr teuer werden!

Logik und Verstand

Mancher Gefragte argumentierte mit dem Verstand. Motto es macht keinen Sinn Recht haben zu wollen, oder traumatisiert zu sein…hm, aber, sagen Sie das einmal ihrem Trauma. Ihr Verhalten läuft unbewusst ab! („Pfeiff, wenn Du keine Luft mehr bekommst!“ kommt mir da in den Sinn) Natürlich macht es keinen Sinn! Aber die Synapsen sind jetzt einmal so verschaltet. Ein totes Pferd kann der Jockey noch so antreiben, es wird nicht laufen.

Ablenkung

Ablenkung um sein Selbstwertgefühl zu steigern: Golf-Handicap verbessern, Tennis spielen, Ausdauersport machen, aber auch Schach, Backgammon oder Bridge spielen. Andere lenken sich bei Bogenschiessen oder Segelfliegen ab…das alles ist nützlich, um sich abzulenken und in anderen Bereichen positive Rückmeldungen zu bekommen. Sobald jedoch wieder der Auslösereiz (die Handels-SW, der Chart,…) da ist, kommt automatisch die Angst wieder durch – und diese lähmt und betäubt den Verstand. Will heissen: Ablenkung schadet nicht, es ändert aber auch nichts am eigentlichen „Problem“.

„Einfaches“ NLP

Sprechen Sie mit Menschen, die schon einmal einen NLP-Practitioner Kurs besucht haben, kommt aus der Hüfte geschossen: „Einfach positiv denken. Stell Dir zukünftige Gewinntrades vor!“ Oder ruf Deinen „Best Practice“ Anker ab. Ich sage nicht, dass das nicht hilft! Es muss jedoch einhergehen mit fundamentalen Einflussfaktoren der menschlichen Psyche! Wenn Sie Angst, Zweifel oder ein geringes Selbstbewusstsein haben, werden positive Suggestionen und Visualisierungen von Ihrem Kopf nicht aufgenommen! So einfach ist das.

Was hilft denn dann?

Ok, wir haben erkannt das Verlust Traumatas nicht mit dem Verstand gelöst werden können. Was sagt die kognitive Verhaltensforschung? Phobien, Ängste und Traumatas sind „erlernt“; sie lassen sich aber auch aktiv „verlernen“, also umprogrammieren. Man(n) kommt aus einer Traumatisierung wieder raus, indem man den „Traumata“-Automatismus stoppt und durch Arbeiten mit dem Unterbewusstsein proaktiv umlenkt.

Statistisch gut begründete Empfehlung der kognitiven Verhaltenstherapie bei Traumatas: Massierte Reizkonfrontation. Zugegeben eine vielfach bessere Methode als Freuds Psychoanalyse, die davon ausgeht, dass jedes Problem in der Kindheit gefunden werden muss, um es dann wegzurationalisieren (!). Aber der Trader stellt sich täglich diesem Reiz massiv! Und, im Gegensatz zu einer Spinnen- oder Platzphobie, ist Konfrontation mit dem Reiz (realisierter Verlust) beim Trader nicht objektiv harmlos. Er verliert – ohne Lerneffekt – eine Menge Geld!

Ok, und was ist die beste Lösung?

Was wäre wenn es eine alternative, hochwirksame Phobie-Methoden gäbe, die nicht die oben genannten Nachteile haben. Was wäre, wenn man die unterschwellige Angst aus dem Handel heraus bekommt, und so wieder nicht nur rational denken, sondern mehr und mehr rational handeln kann?

Dabei müssen begleitend individuelle Einflüsse, wie Ängste, Zweifel und Selbstbewußtsein berücksichtigt werden, um Veränderungsprozesse wirksam zu machen. Mental Training für Trader setzt begleitend dazu den Selbstvertrauenskreislauf in Gang und löst die negativen Emotionen vom auslösenden Ereignis.

…und das Ego raushalten

In einem älteren Post habe ich erwähnt, dass man – möglichst immer – das Ego aus dem Trading raushalten muss. Die Literatur spricht hier von dem Unterschied zwischen Prozess- und Ergebnisorientierter Vorgehensweise.

Handeln Sie und erzählen Sie von Ihren Erfahrungen!

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4 Gedanken zu “Wie kann Mental Coaching helfen die Folgen der Verlust-Traumatisierung der Trader in den Griff zu bekommen?

  1. Das die besten Trader dieser Welt mit der rechten, intuitiven und nicht der linken, rationalen Gehirnhemisphäre arbeiten, kann jeder lesen, der in der Lage ist zwischen den Zeilen zu lesen! Ich denke es ist wichtig, dass man die jeweilige andere Hälfte mit zu Rate zieht. Die linke Hälfte quasi als Erfüllungsgehilfe der rechten Hälfte.

    greetz – Tom

  2. Die Frage ist, ob es wirklich darum geht rational zu handeln oder ob das Ziel nicht darin besteht, durch das Auflösen der eigenen Angst vor dem Scheitern die eigene Stimme / Intuition deutlicher zu hören und von den „Richterstimmen“ („Du Solltest…“ „Das wird nicht…“) wieder besser unterscheiden zu können.

    Ralph

  3. Pingback: Neuroforschung, Behavioral Finance, semi-professionelles, Verhalten von Pokerspielern, Structured Products Händler & Daytradern « My Blog

  4. Pingback: Mental Trading - Das Dilemma der Evolution und der Verlustserie « Mental Daytrader

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